Teuren Kredit umschulden und Geld sparen – Worauf sollte man achten?

Kredit mit Sofortzusage

Mit der Umschuldung eines älteren Kredits, der noch zu Zeiten der Hochzinsen abgeschlossen wurde, lässt sich eine Menge Geld sparen. In den letzten Jahren hat sich nämlich das Zinsniveau durch den gesunkenen Leitzins deutlich nach unten bewegt, wodurch es sich lohnt, ältere Kredite abzulösen.

 

Der Leitzins ist auf einem historisch niedrigem Niveau – Derzeit 0% in der EURO-Zone. Bild Quelle: Wikipedia

Teure Raten- und Dispokredite ablösen – Worauf sollte man achten?

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Um zu ermitteln, ob sich eine Umschuldung lohnt, muss zunächst einmal bekannt sein, wie hoch die Restschuld genau ist und ob eine sog. Vorfälligkeitsentschädigung anfällt.

Wenn die gesamten Kosten, die bei einer Umschuldung anfallen, niedriger sind als die noch zu zahlenden Zinsen, lohnt sich eine Umschuldung.

Außerdem kann es sich positiv auf die Kreditwürdigkeit auswirken, wenn bei Beantragung des Kredits als Verwendungszweck Umschuldung angegeben wird.

Für eine Umschuldung eignen sich Kredite mit möglichst niedrigen Zinsen, wie z.B. ein Kredit mit Sofortzusage.

Es lohnt sich übrigens auch einen teuren Dispokredit mit einer Umschuldung abzulösen, denn besonders bei den Dispozinsen schlagen viele Banken besonders zu.

 

Tipps für die Umschuldung

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Vor einer Umschuldung müssen immer Informationen eingeholt werden. Denn nicht nur die Restschuld muss bekannt sein, sondern es muss auch feststehen, ob Vorfälligkeitszinsen anfallen. Nur so ist es möglich auszurechnen, ob sich die Umschuldung lohnt.

Generell hat ein Kreditinstitut bei einem Ratenkredit, der länger als ein Jahr läuft, einen maximalen Anspruch auf ein Prozent der Restschuld und bei kürzeren Restlaufzeiten von 0,5 % der Restschuld.

Schließlich müssen die gesamten Kosten bekannt sein, die weiterhin anfallen würden, wenn der Kredit über die Restlaufzeit weitergezahlt wird.

Weitere Tipps:

  • Bei einem Immobilienkredit ist die Zinshöhe nicht rechtlich begrenzt, allerdings dürfen Vorfälligkeitszinsen nur für die ersten zehn Jahre berechnet werden.
  • Im Fall von Krediten ohne Zinsbindung kann der Kredit kostenlos abgelöst werden.
  • Dasselbe gilt auch für Ratenkredite und Dispokredite, auch hier dürfen die Kreditinstitute keine Entschädigung verlangen.
  • Bei Krediten, die noch vor dem 11.6.2010 aufgenommen wurden, gelten die Vereinbarungen aus dem Vertrag.

Rechenbeispiel für eine Umschuldung

Angenommen wir haben 2011 einen Ratenkredit über 100.000 Euro zu 7,4% Zins aufgenommen. Bei einer Laufzeit von 20 Jahren sieht der Tilgungsplan dann so aus.

Hier noch einige interessante Fakten, die man im Diagramm schön sieht:

  • Die Annuität (= die monatliche Rate) von 9.419,38 Euro besteht zu Beginn fast nur aus Zinsen
  • Bis zum Jahr 2020 (also aktuell immer noch) zahlen wir mehr Zinsen als Tilgung!
  • Erst ab 2021 verschiebt sich das zu Gunsten der Tilgung
  • Insgesamt sind für die gesamte Laufzeit also Zinsen in Höhe von unglaublichen 88.387,70 Euro fällig!
  • Zum jetzigen Zeitpunkt (Anno 2017) sind also noch 42.905 Euro an Zinsen offen!

Eine angenommene Vorfälligkeitsentschädigung von 1% der Restschuld wären ca. 830 Euro (1% x 83.129 Euro).

Jetzt rechnet man sich beide Varianten einmal aus:

Variante A – keine Ablösung des alten Kredits, weitere Zahlung von 7,4% Zinsen:

Vorfälligkeitsentschädigung: 0 Euro (keine fällig)

Zinsen: 42.905 Euro

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Summe: 42.905 Euro

Variante B – Ablösung alter Kredit, neuer Kredit zu 2,99% Zins:

Vorfälligkeitsentschädigung: 830 Euro

Zinsen: 17.055 Euro (Tilgungsplan siehe hier)

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Summe: 17.885 Euro

 

Es sind nur ein paar Prozent – aber die Ersparnis beläuft sich trotz Vorfälligkeitsentschädigung über die gesamte Laufzeit auf über 25.000 Euro!

Fazit

Eine Umschuldung kann sich in vielen Fällen lohnen – es kommt aber auf den individuellen Vertrag und die Art des Darlehens an. Bei Immobilienkrediten kann es unter Umständen zu einer sehr teuren Vorfälligkeitsentschädigung kommen, weshalb man im konkreten Fall prüfen muss, ob sich das Ablösen lohnt

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