Mit Kryptowährungen 96% Zinsen verdienen?

mit bitcoin geld verdienen

Die Schönste Art sein Geld zu verdienen ist, wenn man nicht selbst dafür arbeiten muss, sondern das Geld arbeiten lässt. Bei dieser Aussage werden mir wohl die Meisten zustimmen – mit Außnahme der Leute, denen arbeiten so viel Spaß macht, dass sie es auch umsonst machen würden 😉
Die gängigen Möglichkeiten um sein Geld für sich arbeiten zu lassen sind allseits bekannt: Ferner wären hier Aktien, P2P-Kredite, Immobilieninvestments, und und und…

Es gibt aber auch weitere Möglichkeiten im noch jungen Bereich der Kryptowährungen. Man kann nämlich auch seine Bitcoins für sich arbeiten lassen, auch über das reine Buy and Hold hinaus.

Welche Möglichkeiten gibt es mit Bitcoin Geld zu verdienen?

Bitcoins verleihen an Kryptogeld Börsen wie Poloniex und Bitfinex

 

Was mit Echtgeld geht, ist selbstverständlich auch mit Bitcoins möglich: P2P-Kredite. An Börsen wie Poloniex oder Bitfinex kann man seine Kryptocoins zu Zinsen von bis zu 100% verleihen (manchmal sogar mehr..). Die Laufzeiten für solche Kredite gehen üblicherweise von 2-30 Tagen.

Aber wie kann das funktionieren ohne eine Bank? Wer prüft, ob der Kreditnehmer auch kreditwürdig ist und den Kredit zurückzahlen kann? Und was passiert, wenn ein Kredit ausfällt? Wer treibt das Geld ein? Und wer bezahlt solche horrenden Zinsen? Das kann doch nicht seriös sein möchte man meinen…

Vorab: Das Ganze funktioniert, sogar recht gut.

Das Geld wird an sog. Margin Trader an den Plattformen verliehen. Diese spekulieren mit den geliehenen Coins und müssen gleichzeitig eine Sicherheit in ausreichender Höhe hinterlegen. Dabei wird eine Position automatisch geschlossen, wenn die Sicherheit „aufgebraucht“ ist (oder der Trader schießt etwas nach). Somit ist es nicht möglich, einen Kredit nicht zurückzahlen, da dies automatisch durch die Plattform abgewickelt wird. Praktisch ist es auch noch nicht vorgekommen, dass in so einem Szenario ein Kreditgeber seine Coins nicht mehr zurückerhalten hat.

Wo ist also der Haken?

Kryptowährungen sind sehr volatil. Auch wenn man hochgerechnet 100% p.a. an Zinsen auf sein Investment erhält, kann es auch schon sein, dass nach nur 2 Tagen das Investment um z.B. 50% oder mehr an Realwert (gemessen in Euro / Dollar) verliert. Besonders jetzt, wo Bitcoin gefühlt 100 Dollar pro Tag verliert, ist das Ganze eine Milchmädchenrechnung: So hat man nach einem Jahr beispielsweise aus einem Bitcoin zwei gemacht, der Bitcoin könnte aber nur noch bei einem Bruchteil vom jetzigen Wert sein…

Das Ganze lohnt sich also nur, wenn man davon überzeugt ist, dass sich eine Kryptowährung mittel bzw. langfristig positiv entwickelt. Wenn dieser Fall dann auch tatsächlich eintritt, hat man eine Kurssteigerung und zusätzlich Zinsen zu verbuchen, was sicher nicht schlecht ist.

Zu bemerken wäre da noch, dass die Zinsen stark schwanken und sich auch von Währung zu Währung unterscheiden. Heute vormittag beispielsweise gab es auf Bitfinex 96% Zinsen auf geliehene EOS.

Wenn du mit Kryptocoin Lending Geld verdienen möchtest, will ich dir hier noch den coinlend Bot ans Herz legen, der in diesem Beitrag hier von Leser Andreas erwähnt wurde. Ich habe den Bot auch getestet und kann ihn nur empfehlen, er ist kostenlos und in 2 Minuten konfiguriert.

Hier eine Ansicht aus meinem coinlend Dashboard:

Auf EOS 75% Zinsen – klingt doch nicht verkehrt, oder?

 

Auch ganz nett: In 20 Jahren macht der coinlend Bot aus meiner derzeitigen Anlage und den derzeitigen Zinsen und Kursen der Kryptocoins mehr als 40 Millionen Dollar 🙂

Margin Trading an den Kryptogeld Börsen

Die Gegenseite zum eben beschriebenen Weg. Diese Leute arbeiten also mit den geliehenen Coins, siehe Erklärung dazu auch hier. Vorteil hierbei ist, wie beim normalen Maring Trading auch, dass man sein eingesetztes Kapital um ein vielfaches hebeln kann.

Genauso ist das Risiko aber auch um ein vielfaches höher und die Kohle kann sehr schnell weg sein, Margin Call lässt grüßen.

Diese Methode ist also nur was für Profis und für den Krypto-Neuinvestor nicht geeignet.

Bitcoins über Xcoins.io „verleihen“

xcoinsDie Plattform Xcoins bietet die Möglichkeit, Bitcoin mit Paypal zu kaufen. Offiziel ist das Modell der Plattform, Bitcoins gegen einen Aufschlag zu verleihen – Inoffiziel macht das auf der Plattform niemand, weil es nicht rentabel ist. Praktisch werden hier also Bitcoin mit einem Premiumaufschlag verkauft. Das kann sich schon sehr lohnen, wenn man eine günstige Einkaufsmöglichkeit für Bitcoins hat. Der Aufschlag liegt bei ca. 10-15%.

Zu beachten ist hierbei jedoch, dass man beim Verkaufen von Bitcoins per PayPal leicht Opfer von Betrug werden kann. PayPal verbietet in seinen AGBs nämlich den Handel mit Bitcoins.

Die Masche geht dann so: Ein Betrüger kauft auf Xcoins eure angebotenen Bitcoins und überweist euch ganz normal das Geld per PayPal (wo er natürlich Fakedaten eingetragen hat). Anschließend erhält er automatisch eure Bitcoins über Xcoins ausgezahlt. Diese transferiert der Betrüger nun direkt auf eine externe Wallet, auf die Xcoins keinen Zugriff hat. Anschließend wird bei PayPal ein Fall eröffnet, wo der Käufer behauptet, er habe keine Ware erhalten. Jetzt hat man als Verkäufer schlechte Karten, da PayPal in solchen Fällen zu fast 100% zu Gunsten des Käufers entscheidet, Stichwort Käuferschutz. Am Ende erstattet PayPal also dem Betrüger das Geld, der unsere Bitcoins bereits unwiderruflich auf seine externe Wallet übertragen hat.

Man kann dies vermeiden, indem man auf Xcoins statt PayPal die zweite angebotene Zahlungsart verwendet (SolidTrustPay). Außerdem ist es möglich, ausschließlich an Käufer mit Historie zu verkaufen und somit das Risiko zu minimieren. Ganz ausschließen lässt es sich damit aber auch nicht.

Kryptocoins auf Paxful verkaufen

paxfulAuf Paxful kann man über alle erdenklichen Zahlungsarten Bitcoins (und teilweise auch andere Kryptowährungen) anbieten. Es ist auch möglich, per „cash in person“, also bei einem Treffen im echten Leben den Trade durchzuführen – hierbei kommt man sich schon etwas vor wie im Mafiafilm 😉 . Den Verkaufskurs kann man selber bestimmen – man muss halt etwas rumprobieren bis man eine Kategorie gefunden hat in der die Leute bereit sind den gewünschten Aufschlag zu bezahlen, oder man geht entsprechend mit dem Preis runter. Auch hier muss man als Verkäufer auf der Hut sein, da sich entsprechend viele Betrüger tummeln und ähnliche Maschen wie die oben beschriebene fahren.

Localbitcoins.com

Auch auf Localbitcoins kann man Bitcoins an/von Privat ver/kaufen. Der Dienst ist derzeit in Deutschland leider nicht verfügbar.

Auf eToro Bitcoin, Litecoin, Ethereum und Dash traden

Gerade jetzt, wo die Kurse von Bitcoin & Co richtig Federn lassen, kann man auf der Social Trading Plattform eToro von den fallenden Kursen profitieren. Hier kann man entweder selbst ins Feld ziehen, oder sich anderen Tradern anschließen und von ihren Gewinnen profitieren.

Seit einiger Zeit gibt es hier nun auch die Möglichkeit, die Kryptowährungen Bitcoin, Ethereum, Litecoin und Dash zu traden. Der große Vorteil: Man braucht sich um Dinge wie Wallets, Transaktionen und sonstigen Kryptocoin-Kram keine Gedanken zu machen.

Geld lässt sich schnell und einfach über viele gängige Zahlungsarten wie PayPal oder Sofortüberweisung einzahlen und man kann sofort loslegen.

Da die darunter liegenden Werte aber immer noch Kryptocoins und somit sehr volatil sind, sollte man auch hier verantwortungsvoll und bedacht mit seinem Kapital umgehen, sonst kann es auch hier schnell große Verluste geben.

Ansonsten finde ich, bietet die Plattform eine tolle Möglichkeit, um schnell und unkompliziert an den Kryptogeld Märkten teilzunehmen.

Chance und Risiko

Jede der hier vorgestellten Methoden hat ihre (zum Teil sehr hohen) Risiken, welche es abzuwägen gilt:

  • Beim Coinlending sind die hohe Volatilität und ein theoretisches Ausfallrisiko der Kryptobörse die größten Risiken. Ein weiteres (theoretisches) Risiko ist noch der Default des Kreditnehmers (was wie gesagt noch nie vorgekommen ist, weil per Plattform unterbunden).
  • Beim Margin Trading kann durch die hohe Volatilität und dem zusätzlichen Hebel bei einem ungünstigen Kursverlauf sehr schnell sehr viel Geld verbrannt werden.
  • Auf Plattformen wie Xcoins und Paxful kann man leicht Betrug zum Opfer fallen

Lohnt es sich, mit Kryptowährungen Geld zu verdienen?

Aus meiner Sicht ja. Geld mit Geld verdienen finde ich immer gut. Man sollte sich nur der Risiken bewusst sein.

Wie immer gilt:

  • Nur in Märkte und Produkte investieren, die man versteht.
  • Nur soviel investieren, wie man bereit ist zu verlieren und kurzfristig nicht benötigt

Allgemein kann man sagen, dass dieser Bereich noch sehr neu ist. Die Chancen sind groß, es ist aber vieles unreguliert und es gibt viele Betrüger und Scammer. Man muss sich also vorher gut informieren und auf der Hut sein, dann kann es aber auch Spaß machen, etwas „Spielgeld“ einzusetzen. Größere Beträge würde ich nicht investieren, schließlich befinden wir uns hier im risikoträchtigsten Bereich der High Risk „Investments“. Eigentlich ist es kein Investment, sondern eher Glücksspiel 😉

Was brauche ich um loszulegen?

Eigentlich nur ein paar Bitcoins 🙂

Da auf vielen Börsen der Bitcoin immer noch der Basiswert ist, mit dem getraded wird, ist es nicht verkehrt sich mit der Mutter aller Kryptocoins einzudecken, wenn man die beschriebenen Plattformen ausprobieren möchte.

Am einfachsten geht das über coinbase oder Bitcoin.de

Habt ihr schon auf einer der hier beschriebenen Plattformen Erfahrungen sammeln können oder kennt ihr noch weitere Möglichkeiten um seine Bitcoins für sich arbeiten zu lassen?

7 Kommentare

  1. Julia (Finanzblogleserin)

    Hallo,
    es wäre transparent und legal, deine im Artikel gestreuten Links zu eToro, coinbase und bitcoin.de als Affiliate-Links (oder Werbung) zu kennzeichnen.
    Ich kann absolut verstehen, dass man mit einem Blog auch Geld verdienen möchte – nur sollte das entsprechend transparent sein.

    Ansonsten: wusste gar nicht von den vielen Möglichkeiten, mit Kryptowährungen Geld zu verdienen. Einige der vorgestellten Wege sind mir definitiv zu spekulativ und/oder unsicher.

    Antworten
    1. Meine Finanzielle Freiheit

      Hi Julia,
      Ich fand das recht offensichtlich, dass es sich um wohl um Affiliate-Links handeln muss. Steht ja jedem frei, ob er darauf clickt oder nicht. Da es sich um einen sehr objektiv abgefassten Artikel handelt, schätze ich derartige Beiträge – was bei offensichtlichen „Werbeeinschaltungen“ oft viel kritischer zu sehen ist.
      Viele Grüße
      FF

      Antworten
    2. Johannes (Beitrags-Autor)

      Hallo Julia,

      Eine Kennzeichnung ist bereits in Planung und wird demnächst implementiert

      VG
      Johannes

      Antworten
  2. Meine Finanzielle Freiheit

    Hallo Johannes,

    Schöner Artikel, interessant was sich so alles an der „New Frontier“ abspielt. Gleichzeitig finde ich Deinen Hinweis, dass mit den versprochenen Traum-Renditen auch hohe Risiken einhergehen, sehr wichtig. Ich fürchte, dass diese Warnung von vielen nicht ernstgenommen wird.

    Dass es stets ein enges Verhältnis zwischen Risiko und Ertrag gibt sollte auf der Hand liegen – gern verweise ich auch auf folgende Artikel zu diesem Thema: https://meinefinanziellefreiheit.com/2016/12/22/wer-wagt-gewinnt/

    Viele Grüße
    FF

    Antworten
  3. hatallesmann

    Hallo,

    ein sehr wichtiger Hinweis / Warnung fehlt!

    Was passiert wenn der Anbieter die Seite schließt und mit den Coins einfach „abhaut“?

    Dann ist eben alles weg!

    Daneben sieht das Risiko mit seinen Coins herbe Kursverluste hinnehmen zu müssen, sehr harmlos aus.

    Die Geschehnisse um Mt.Gox sind nicht sehr lange her!

    Meine Devise lautet daher: Finger weg!

    Wer sich dennoch dafür entscheiden sollte, sei darauf hingewiesen, dass ebenso wie die Kurse auch die Zinsen sehr volatil sind! Zinserträge um 10 bis 15% sind eher die Regel. Am Ende sahnt der Betreiber der Plattform nochmals 15% der erwirtschafteten Zinsen als Gebühr ab. Als wäre das nicht schon genug, darf man für das Umtauschen von Coins in eine andere Coinwährung nochmals teils saftige Gebühren zahlen. Börsenweißheit: Hin und her macht Taschen leer.

    Der Totalverlust ist also nicht wirklich auszuschliessen und ob sich die Kurse auf dem hohen Niveau halten sei auch abzuwarten.

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    1. hatallesmann

      kleine Ergänzung:

      Die Zinsen haben sich auf beiden Börsen in Höhe von 5% im Jahr eingependelt.
      Davon nimmt der Anbieter seine 15%.
      Die Gebühren für den Transfer kommen auch noch dazu.
      Macht vor der Gefahr des Verlustes nicht mehr wirklich viel Sinn.

      Aber wer wird schon soweit nach unten scrollen und das alles lesen?

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      1. Johannes (Beitrags-Autor)

        Hallo hatallesmann,

        Auf Bitfinex wurden heute knapp 30% auf USD angeboten.
        Bei derartigen Zinsen und besonders in einem hoch volatilen Bereich wie dem Kryptomarkt, wo u.U. schon am nächsten Tag 50% Gewinn/Verlust zu Buche stehen können sind die 15% auf die Erträge an Gebühr m.M. vernachlässigbar – Sie sind zwar hoch, machen das Kraut aber nicht fett.
        Letzten Endes muss aber natürlich jeder selbst entscheiden, ob er sein Geld auf solch einer Börse riskieren möchte.

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