Meine Erfahrungen mit Bondora – Update nach knapp 2 Jahren Investment!

bondora

Nun ist es bereits einige Zeit her, dass ich das erste Mal Geld bei Bondora eingezahlt habe, um damit in P2P-Kredite zu investieren. Das war im Februar 2015 – seitdem hat sich auf der Plattform einiges getan, so wurde vor kurzem beispielsweise der Erstmarkt für manuelles Investieren aus der Benutzeroberfläche entfernt und es ist nur noch möglich, über den Portfolio-Manager zu investieren. Der Grund hierfür ist lt. Bondora, dass sowieso der Löwenanteil der angebotenen Darlehen durch den Auto-Invest Prozess befüllt wird, ehe diese für ein manuelles Investment angeboten werden könnten.
Für mein Investment spielte das aber keine Rolle mehr, da ich bereits beschlossen hatte, mittelfristig meine Anlagen von dieser Plattform abzuziehen. Dazu später am Ende des Artikels mehr – zunächst möchte ich euch zeigen, wie sich mein Portfolio entwickelt hat.

Nebenbei: mein persönlicher Lese-Tipp zum Thema P2P-Kredite:

Investieren in P2P Kredite: Was man wissen sollte, wie man Fehler vermeidet und erfolgreich investiert

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  • Wir leben in einer Zeit, in der es immer wichtiger wird, selbst finanzielle Verantwortung zu übernehmen und nach Mitteln und Wegen zu suchen, sein Geld sinnvoll zu investieren. Zu diesen innovativen Mitteln gehört auch die P2P-Industrie, die messbar von Monat zu Monat in Europa wächst. Schon fast 100 Plattformen sind in Europa zugelassen und es werden immer mehr. Inzwischen haben sich unter den ganzen Start-Ups einige Plattformen entwickelt, bei denen sich ein tieferer Blick lohnt. Dieses Buch ist genau das richtige für dich....

Das Bondora Portfolio nach 2 Jahren

Bondora weist in meinem Dashboard den Wert meines Kontos mit 164,33 € aus – bei 200 Euro Einzahlung und 75 € Auszahlung. Vereinfacht gerechnet entspricht das also einer derzeitigen Rendite von ca. 20% – vorausgesetzt ich bekomme meine investierten Mittel wieder raus; noch sind über 160 Euro im Spiel, von denen ich aber sicherlich nicht alles wieder sehen werde.
Es werden jedoch auch nicht alle Kredite zu 100% ausfallen, weshalb am Ende dann hoffentlich mehr als 0% aber sicherlich weniger als 20% Rendite raus kommen wird.

Hier also eine Auflistung der noch investierten Mittel im Detail:

Wie man sieht, sind aktuell 13 der 40 Kredite im Plan, also 32,5%.
Im Verzug sind 5 Kredite, also 12,5% und schon über 60 Tage im Verzug sind 22 von 40 Krediten, das sind dann die restlichen 55%!
Insgesamt sind also 67,5% im Verzug – da blutet das Investorenherz!
Bondora selbst gibt auf meiner Statistik Seite den Verzug mit 8,8% an – wie auch immer dieser Wert zu Stande kommt:

Insgesamt werden nicht alle Darlehen, die sich im Verzug befinden, ausfallen. Einige werden Verzugszinsen usw. einbringen, jedoch ist die stolze Zahl von fast 70% natürlich schon in einer Größenordnung, bei der man sich fragen sollte, ob das Investment in der Form noch als solches bezeichnet werden kann.

Hinzu kommt: Verluste lassen sich nicht steuerlich gegen Gewinne rechnen

 

Vergessen wir auch nicht, dass Vater Staat uns armen P2P-Anlegern kein bisschen entgegen kommt, wenn es um Verluste geht und diese steuerlich nicht gegen Gewinne gerechnet werden können.
So kommt es dann bei verlockend hohen Renditen und einem Gewinn vor Steuer schnell zu einer Milchmädchenrechnung und einem Real-Verlust nach Steuer. Ein vereinfachtes Beispiel zur Verdeutlichung:
______________________________
Kredit A: Anlage 100 Euro, Zins 31%
Kredit B: Anlage 30 Euro, Zins egal an der Stelle…
______________________________
A wird zurückgezahlt und der Gewinn realisiert: +31 Euro vor Steuer
B fällt aus, somit Totalverlust des eingesetzten Kapitals: -30 Euro (für die Steuer egal!)
______________________________
Summe also vor Steuer: +1 Euro

Angesichts des Risikos sicherlich enttäuschend, aber wenigstens kein Verlust – könnte man meinen.
Betrachten wir die Rechnung nach Steuer:

Gewinn aus Anlage in Kredit A: +31 Euro
Steuer auf Gewinn A (26,375% auf 31 Euro): -8,18 Euro
Verlust aus Anlage in Kredit B: -30 Euro
______________________________
Summa Summarum: -7,18 Euro

„Na Danke, liebe Steuer“, werdet ihr euch jetzt denken.
Es wäre wünschenswert, dass sich der Fiskus vor dem Hintergrund der Rentenlücke und den Niedrigzinsen eine sinnvolle Reform überlegt – aber das ist ein anderes Thema.

Hier also nochmal meine Statistik aufgeschlüsselt nach Risikogruppen:
A: 1/40 (2,5% Anteil, 0% im Verzug)
B: 2/40 (5% Anteil, 0% im Verzug)
C: 7/40 (17,5% Anteil, 57,14% im Verzug)
D: 26/40 (65% Anteil, 76,92% im Verzug)
E: 1/40 (2,5% Anteil, 0% im Verzug)
F: 1/40 (2,5% Anteil, 100% im Verzug)
HR: 2/40 (5% Anteil, 100% im Verzug)

Fazit und weiteres Vorgehen

In Summe kann man noch nicht sagen, ob sich das Investment ausgezahlt hat oder nicht, das hängt noch davon ab, wie viele der investierten Mittel zu mir zurückfinden.
Selbst wenn man aber davon ausgeht, dass 50% der sich in Verzug befindlichen Darlehen eingetrieben werden können, wird die Rendite wohl negativ ausfallen (und das vor Steuer…)
Jetzt könnte natürlich ein Grund sein, dass das Portfolio nicht ausreichend diversifiziert ist und ich ausgesprochenes Pech hatte. Vielleicht hätte ich auch mehr mit dem Zweitmarkt arbeiten müssen (was ich praktisch gar nicht gemacht habe, Bondora lief komplett auf Auto-Pilot).

Schaut man sich die Zahlen an, die Bondora zur Verfügung stellt, sind von 77 Mio. € vergebenen Darlehen lediglich knappe 4,4 Mio € im Rückstand, also ca 5,7% – eine Zahl, die ich angesichts der Entwicklung meines Portfolios nicht wirklich nachvollziehen kann… Aus diesem Grund habe ich meine Rückflüsse seit geraumer Zeit nicht mehr reinvestiert und ziehe meine Mittel bei Bondora ab – das Risiko ist mir zu groß, dass mein Zaster früher oder später als „totes Inkassogeld“ irgendwo vor sich hin vegetiert. 🙂
Ich werde daher verstärkt auf die anderen Plattformen wie Mintos, Estateguru, Twino, Viventor etc über gehen.

Seid ihr noch bei Bondora dabei? Welche Rendite erzielt ihr und wie stark seit ihr diversifiziert? Wie seht ihr die Zukunft dieser Plattform?

Ich würde mich über einen Kommentar freuen.

3 Kommentare

  1. nova

    bondora ist monopol im eigenen land und einer der ältesten. ich würde bei bondora bleibe

    Antworten
  2. schmidt

    ich weis nicht wie du bei bondora investierst
    ich hab immer meine 12-18%
    der grund einfach konservativ eingestellt ohne selbst da rum zufummeln

    Antworten
    1. brosef (Beitrags-Autor)

      Hallo Schmidt,

      ja offensichtlich machst du es besser als ich 😉
      Wieviele Ausfälle hast du denn in %?

      VG

      Antworten

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