Der Markt fällt – Gelegenheit oder der Anfang vom Ende?

Wer in den vergangenen paar Tagen in sein Depot gesehen hat, dürfte sich nicht all zu sehr gefreut haben. Sowohl deutsche als auch US-Aktienmärkte mussten Federn lassen.

Die Ursachen sind zahlreich, als da wären: die Wahlen in Italien, die deutsche Regierungsbildung, ein zu starker Euro, der durch Trump angezettelte „Handelskrieg“, eine sich abzeichnende Euro-Krise und die sich anbahnende Erhöhung der Zinsen.

Dieses Jahr kommt der große Crash.. oder doch nächstes Jahr.. oder übernächstes?

Aktuell sind viele Investoren nervös, was sich in einer starken Volatilität bemerkbar macht. Wer noch nicht lange dabei ist, könnte meinen, dass diese Volatilität ungewöhnlich ist. Jedoch ist eigentlich das Gegenteil der Fall: Die teilweise sehr ruhigen Märkte der letzten Zeit sind wohl eher ungewöhnlich.

Jedenfalls merkt man nun deutlich, warum man mit Aktien eine höhere Rendite verdient. Es sind eben solche Fahrten durch die raue See, welche überstanden werden möchten.

Angesichts der drohenden Gefahr sind viele nicht gewillt zu investieren. Stattdessen wartet man, bis der Crash eingetreten ist und man dann billig zu den gewünschten Papieren gelangt.

Aber muss es denn einen Crash geben?

Märkte sind zyklisch

Wenn man sich etwas mit der historischen Entwicklung der Aktienmärkte beschäftigt, wird man feststellen, dass Märkte zyklisch verlaufen. Das bedeutet, es geht mal ne Zeit lang eher hoch und dann wieder eher runter. Und dann beginnt die Fahrt von vorn.

In letzter Zeit ging es ziemlich lange eher nach oben. Man musste kein Genie sein, um gutes Geld im Aktienmarkt zu verdienen. Die Zahlen und Fakten sprechen nun dafür, dass es irgendwann mal in nächster Zeit wieder Zeit für eine Korrektur wird. Die Frage ist nur wann ist es so weit?

Dies kann keiner beantworten. Dirk Müller prophezeit seit einiger Zeit den nächsten Crash, das macht er so lange, bis er wieder Recht hat.

Fakt ist, keiner hat eine Glaskugel. Es könnte morgen oder übermorgen passieren. Oder in 5 Jahren.

Daraus kann man die allseits bekannte These wiederholen: Market Timing funktioniert nicht. Was also tun? Mit einem langfristigen Buy & Hold und einem gut diversifizierten Portfolio lebt es sich wahrscheinlich am Besten. Und man spart ne Menge Nerven und Transaktionskosten.

Für alle die trotzdem etwas zocken wollen um den Spieltrieb etwas zu kultivieren: Die aktuellen politischen Geschehnisse haben kurzfristig das Potential die Märkte zu ärgern. Die Börsen übertreiben dann gerne mal und kehren meist genauso schnell wieder zurück. Dies gilt aber nicht für die Zinsentwicklung, denn diese stellt nach Kostolany einen der beiden wesentlichen Faktoren für den Tenor an den Börsen dar.

Für die nächsten Wochen habe ich aber mal ein paar Order mit bis zu 10% Discount eingestellt. Mal sehen ob etwas ausgeführt wird 🙂

Und sollte es wirklich aus den Kanonen donnern, habe ich eine größere Cashposition, die dann in Aktien umgeschichtet wird. Getreu dem Motto: Buy when there’s blood on the streets.

7 Kommentare

  1. Der HSV steigt endlich ab

    Der Crash kommt nicht, wenn alle ihn erwarten.

    Antworten
    1. JohannesJohannes (Beitrags-Autor)

      Dann müssen wir nichts weiter tun, als ihn immer zu erwarten, oder 😉

      Antworten
  2. Hobbyinvestor

    Einfach stur weiter seine ETFs besparen.
    Völlig egal ob Crash oder nicht

    Antworten
  3. Ex-Studentin

    Mein Depot ist wohl kaputt. Bei steht seit Wochen die gleiche Zahl, einen Abfall habe ich nicht bemerkt. Werde deswegen an meiner Strategie nichts ändern. Bin gespannt, ob es überhaupt noch mal einen starken Crash gibt. Sobald die Charts 5% fallen, stürzen sich mittlerweile ja alle sofort drauf. So wie HSV schrieb: Wenn alle drauf warten/ hoffen, dann kommt der Crash nicht.

    Antworten
    1. easydividend

      Hallo Jenny,

      Genau das ist das gefährliche.
      Kurse müssen mit Gewinnwachstum der Unternehmen gerechtfertigt werden.
      Wenn immer nur nachgekauft wird, und die Kurse maßlos übertreiben, wird es früher oder später wieder zu einem Crash kommen.

      Ich würde auf jeden Fall nicht einfach auf einen langanhaltenden Aufwärtstrend aufspringen, wenn die zugrunde liegende Aktie schon weit über Wert gehandelt wird.

      mfG Chri

      Antworten
  4. Luis Schreckenberg

    Rote Zahlen erschrecken. Mein Depot liegt zwar noch im Plus, doch der Vorsprung des letzten Jahres war kurz davor die Segel zu streichen. Wann war das? Keine Ahnung, denn ich schau eigentlich nur ins Depot, wenn ich etwas kaufe. Sonst nicht.
    Daher kann ich den Beitrag gut nachvollziehen. Ruhig bleiben, schauen, rational analysieren und bei einer hervorragenden Kaufmöglichkeit einsteigen. Meine Strategie bleibt also bestehen.

    Antworten
  5. Meine Finanzielle Freiheit

    Wir leben in spannenden Zeiten – eine sehr lange anhaltende Hausse-Phase mit sehr starken Kursanstiegen seit dem Tiefstpunkt während der Finanzkrise. Nun sind bereits bei kleinerern Korrekturen von 5 – 10% in den Zeitungen Crash-Szenarien zu lesen.

    Ich schließe mich der Fraktion der Kommentarschreiber an, die Market-Timing ablehnen. Niemand kann prophezeien, wie lange die Hausse noch anhält oder ob der Crash schon begonnen hat. Schon im August 2017 hatte ich mich in einem Artikel mit der Crash-Frage beschäftigt, er ist weiterhin höchst relevant: https://meinefinanziellefreiheit.com/2017/08/10/crash/

    Viele Grüße
    MFF

    Antworten

Schreiben Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.